Münster/NRW – Hier berichteten wir schon einmal über einen Fall wo die Handyortung rettend war. Nun ein 24-jähriger Mann am vergangen Samstag Glück im Unglück. Der Mann rief über Notruf die Polizei an und teilte dabei mit, dass er sich vom Hiltruper Bahnhof aus entfernt hätte und nun kopfüber in einem Buschwerk hängen würde. Er selber sei nicht in der Lage, sich daraus zu befreien. Nach kurzer Zeit wurde deutlich, dass er keine konkreten Angaben zu seinem Aufenthaltsort oder besonderen Auffälligkeiten in der Nähe angeben konnte.
Ursächlich hierfür war ein ausgedehnter Besuch eines Weihnachtsmarktes mit seinem Freund gewesen. Nachdem die ersten beiden Einsatzfahrzeuge in Hiltrup überhaupt nichts festellen konnten, wurde über das Handy eine Ortung durch die Leitstelle der Feuerwehr Münster vorgenommen. Diese ergab, dass er sich in Amelsbüren aufhalten musste. Das wiederum bestritt der Mann, der immer mal wieder auf seinem Handy angerufen werden konnte. Daraufhin wurden die Suchmaßnahmen im Umfeld des Amelsbürener Bahnhaltepunktes vorgenommen. Um seinen möglichen Standort zu bestimmen, wurden auch Einsatzfahrzeuge mit Martinshorn eingesetzt, um ihm die Möglichkeit des Hörens zu geben. Auch dies verlief zunächst erfolglos.
Der Versuch, über seinen Freund etwas zu seinem Aufenthaltsort in Erfahrung zu bringen, musste letztlich wegen dessen Trunkenheit auch aufgegeben werden. Dieser wußte nur, dass sein Freund auf einmal weg war. Nachdem die Suche auch auf den Bereich hinter dem Bahnkörper ausgedehnt wurde, gelang es ihm – und auch dem mithörenden Kollegen am Notruftelefon – ein Einsatzfahrzeug bei dessen Annäherung am Martinshorn zu hören. Danach wurden die Fahrbewegungen mit Martinshorn eingestellt und er versuchte sich über Hilferufe bemerkbar zu machen. Dabei konnte er einem Waldstück zugeordnet werden, in dem man ihn nach insgesamt 45 Minuten kopfüber in einem Erdloch liegend auffinden konnte. Wegen seiner Unterkühlung wurde er mit dem vorsorglich vorgehaltenen Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht. Ohne Handy hätte er dieses Erlebnis wahrscheinlich nicht überlebt.
Pressemitteilung der Polizei Münster | via ots