Meppen/NI - Beim Feuerschutzausschuss des Landkreises Emsland hat es eine Premiere gegeben: “Mit der Feuerwehr, dem Rettungsdienst und dem Katastrophenschutz alle drei Bereiche der Sicherheit in einer Sitzung zu behandeln ist mir auch noch nicht geglückt”, erklärte Dezernent Dr. Bernd Kuckuck mit Blick auf die Tagesordnung. Die Kreistagspolitiker befürworteten Sanierungsmaßnahmen in der zentralen Schulungseinrichtung der Feuerwehr in Sögel. In der ehemaligen Kaserne, in der pro Jahr etwa 900 Mitglieder emsländischer Wehren an Lehrgängen teilnehmen, sollen Sanitäreinrichtungen und Heizungstechnik saniert werden. Die Kosten für das komplette Paket, das zusätzlich eine Erneuerung des Eingangsbereiches vorsieht, sind mit rund 200000 Euro veranschlagt. Ausschussmitglied Walter Teckert (CDU) meinte: “Das wird die Motivation während der Schulungen noch erhöhen.” In der Rettungsleitstelle in Meppen steht eine Modernisierung des Einsatzleitsystems und der Notruf- und Funkabfrageanlage für 140000 Euro an. Das jetzige Einsatzleitsystem stammt von 1998. Die Systemstabilität und -verfügbarkeit entspreche nicht mehr den Anforderungen, und gerade bei größeren Einsatzlagen zeigten sich inakzeptable Zugriffszeiten, so Kuckuck. Die Krankenkassen als Kostenträger im Rettungsdienst haben zugestimmt, so dass mit ersten Systemanpassungen bereits in diesem Jahr begonnen werden soll. Die Notruf- und Funkabfrageanlage, die ebenfalls seit 1998 in Betrieb und inzwischen sehr störanfällig ist, soll durch ein System ersetzt werden, das einer modernen Leitstellenkommunikation entspricht. Wichtig war allen Mitgliedern dabei die Tatsache, dass das neue System kompatibel für den Digitalfunk ist, dessen Einführung für 2011 geplant ist. Die Kosten für die Erneuerung betragen nach ersten Schätzungen etwa 300000 Euro.

In den Katastrophenschutz wollen die Ausschussmitglieder 56250 Euro für moderne Fahrzeuge investieren. Mit der Bund-Länder-Neuausrichtung im Bevölkerungsschutz geht auch im Emsland eine Neukonzeption einher: Es werden sechs multifunktionale Schnelleinsatzgruppen (SEG) gebildet, die eine flächendeckende Versorgung gewährleisten und innerhalb von 30 Minuten autark einsetzbar sind. Mit dem Kreiszuschuss sollen sechs Katastrophenschutzfahrzeuge vom Typ Gerätewagen Sanität mit einem Gesamtwert von 450000 Euro erworben werden.

Am Ende der öffentlichen Sitzung in Meppen vermeldete Kreisbrandmeister Christoph Wessing noch eine gute Nachricht: “Wir verfügen im Emsland inzwischen über 22 Jugendfeuerwehren mit 398 Mitgliedern.”

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