Stuttgart/BW - Rund zwei Millionen Euro jährlich kann die Stuttgarter Feuerwehr in den nächsten acht Jahren für neue Technik und Löschfahrzeuge ausgeben. Dank dieser Erhöhung des Budgets schneidet die Landeshauptstadt im Städtevergleich künftig besser ab als zuletzt.

Die Tage der alten Brandschutzanzüge und Helme sind gezählt bei der Stuttgarter Feuerwehr. Demnächst werden die ersten neuen Anzüge bestellt, hochmodern, einiges leichter als die Vorgängermodelle und atmungsaktiv - spätestens in fünf Jahren sollen alle 1500 Einsatzkräfte von Berufsfeuerwehr und freiwilliger Feuerwehr neue Schutzkleidung im Schrank hängen haben.

Rund eine Million Euro kostet die Stadt diese Neuanschaffung, doch dies ist nur der kleinste Teil der anstehenden Investitionen bei der Feuerwehr. Insgesamt 16 Millionen Euro kann die Branddirektion in den nächsten acht Jahren allein für neue Fahrzeuge ausgeben, nachdem mit dem neuen Doppelhaushalt das jährliche Investitionsvolumen in diesem Bereich von zuvor 1,2 Millionen auf zwei Millionen Euro aufgestockt wurde. “Das war ein dringend notwendiger Schritt, der uns Planungssicherheit gibt und wirtschaftliches Handeln möglich macht”, sagt der Feuerwehrchef Frank Knödler.

Angeschafft werden sollen unter anderem zwei neue Notarztwagen, sieben Löschfahrzeuge für die Berufsfeuerwehr, drei Großtanklöschwagen sowie fünf neue Drehleitern, die alleine 3,6 Millionen Euro kosten. Insgesamt 13 Punkte umfasst die Prioritätenliste, die an zweiter Stelle auch die Umrüstung aller 189 Fahrzeuge und stationären Anlagen mit digitalem Funk vorsieht.

Aufgestellt worden war die Liste bereits im vergangenen Jahr, nachdem die SPD-Gemeinderatsfraktion angesichts der “Überalterung des Fahrzeugsparks” und einer “drohenden Bugwelle von Investitionen” den Antrag gestellt hatte, den Erneuerungsbedarf der Feuerwehr aufzuführen und einen Städtevergleich über den Zustand der Gerätschaften anzustellen.

Dieser hatte ergeben, dass die Fahrzeuge in der Landeshauptstadt wesentlich längere Laufzeiten haben als anderswo. Demnach sind die Löschwagen bei der freiwilligen Feuerwehr im Schnitt 30 Jahre alt, bei der Stuttgarter Berufsfeuerwehr sind die Fahrzeuge immerhin noch 17 Jahre im Einsatz. Zum Vergleich: in Bremen wird der Fuhrpark alle acht Jahre erneuert, in Dortmund alle zehn, in Frankfurt alle zwölf Jahre.

Die neue Technik steht dabei nicht nur für mehr Zuverlässigkeit und damit mehr Sicherheit. Die überalterten Fahrzeuge verursachen zudem wesentlich höhere Kosten, weil der Aufwand an Reparaturen und Wartung überproportional steigt. Aufgrund dieser Störanfälligkeit und der hohen Ausfallzeiten, so Knödler, habe man in den letzten Jahren den Etat für die Instandhaltung der Fahrzeuge immer mehr überziehen müssen.

Noch vor dem Abschluss der Haushaltsberatungen hatte der Finanzbürgermeister Michael Föll daher den Verwaltungsetat der Branddirektion, aus dem der Unterhalt bestritten wird, um 500.000 Euro auf 2,3 Millionen aufgestockt. Mittelfristig müsse die Feuerwehr aber zu wesentlich kürzeren Laufzeiten kommen, betont Knödler. Außerdem sei es sinnvoll, Drehleitern und Fahrzeuge im Paket anzuschaffen. Auch einheitliche Technik stehe für mehr Sicherheit, und für die hauseigene Werkstatt sei es wirtschaftlicher, Fahrzeuge vom gleichen Typ zu warten.

Investieren kann die Feuerwehr zudem auch in ihre Gebäude. So bekommt die freiwillige Feuerwehr in den nächsten Jahren in Obertürkheim (2,3 Millionen Euro) und Plieningen (2,6 Millionen Euro) zwei neue Unterkünfte. Außerdem steht derzeit eine Neuordnung in der Innenstadt auf dem Prüfstand. Geplant ist, die Feuerwache Süd in der Heusteigstraße aufzulösen und deren Löschzug in der Feuerwache West unterzubringen, so dass auch weiterhin zwei komplette Züge in der Innenstadt stationiert wären. Im Gegenzug würden die Sonderfahrzeuge der beiden Wachen nach Cannstatt verlagert werden.

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