Weiden/By – (mte) Alarm bei der Rettungsleitstelle des Roten Kreuzes: Bombendrohung in Weiden. Die BRK-Rettung handelt, koordiniert, leitet den folgenden Großeinsatz, evakuiert dabei Wohnhäuser und ein Betriebsgelände in der Moosbürgerstraße. Bis zu 40 Kräfte sind vor Ort. Oder besser waren. Der Alarm ging nämlich bereits am 12. Juni 2007 ein. Er haftet den 17 Mitarbeitern der Leitstelle aber unter den insgesamt knapp 40 000 bearbeiteten Einsätzen 2007 besonders im Gedächtnis. Am Mittwoch zogen die Verantwortlichen der BRK-Rettungsleitstelle eine Bilanz über das vergangenen Jahr. Dabei stellte Herbert Putzer, Chef der Rettungsleitstelle, fest: “Der Bürger weiß nach wie vor nicht, wo er anrufen muss.” Früher habe er einfach die 19222 gewählt und ihm wurde geholfen. “Heute muss der Bürger in einer Notlage selbstständig eine Entscheidung treffen, welche Nummer er wählt: 110, 112, unsere 19222 oder die gebührenpflichtige 01805/191212, der ärztliche Bereitschaftsdienst. Das kann er nicht. Gerade in einer Notlage.”
Die Folge: Von den knapp 40 000 bearbeiteten Einsätzen 2007 mussten die Mitarbeiter der Leitstelle knapp 3500 Mal an den kassenärztlichen Bereitschaftsdienst weitervermitteln. “Deshalb sind wir heilfroh, wenn die integrierte Leitstelle kommt”, erklärt Putzer. Dann wären zumindest Rettungsdienst, THW, Katastrophenschutz und Feuerwehr unter einer Nummer erreichbar.
“Wir sind dieser Aufgabe gewachsen”, sagt der Chef der Rettungsleitstelle. Ab Mitte Februar würden die Mitarbeiter sich aktiv auf die neue Situation vorbereiten, indem sie eine Feuerwehr-Grundausbildung absolvieren werden. Ob allerdings künftig auch der Rettungszweckverband und nicht die Feuerwehr die integrierte Leitstelle betreiben wird, ist noch unklar, sagt Landrat Simon Wittmann, der neue Vorsitzende des Verbandes. Erst im April werden die Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie präsentiert. “Die endgültige Entscheidung für die Zukunft werden die neuen Leute nach den Wahlen treffen”, sagt Wittmann. Er hofft allerdings auf eine einmütige Lösung zwischen Rettungsleitstelle und Feuerwehr.
Zurück zu den Einsatzgründen 2007: Neben chirurgischen Notfällen (1895 an der Zahl) hielten vor allem Verkehrsunfälle den BRK-Rettungsdienst auf Trab. “Hier mussten wir im Vergleich zu 2006 mit 822 Unfällen einen merkbaren Anstieg auf 1109 Unfälle verzeichnen.” Dafür vermeldet der Chef der Rettungsleitstelle einen leichten Rückgang bei Schul- und Betriebsunfällen. Der häufigste Einsatzgrund war der Krankentransport. “Hier schreiben wir mit 13 500 stabile Transportzahlen.”
Interessant: Die Einsätze der Kriseninterventionsteams stiegen im Vergleich zu 2006 von 134 auf 154 an. Jürgen Meyer, Putzers Stellvertreter, erklärt: “Die Polizei bat diese Teams vermehrt dazu, wenn sie den Angehörigen Nachrichten über den Tod eines Mitmenschen überbringen musste.”
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