Die Marke

Umgestrickt – Neukonzeption einer Feuerwehr

In Allgemeines, Feuerwehr on 26 Februar, 2008 at 4:25

Oberlaude/BW - “Das vergangene Berichtsjahr verlief recht einsatzarm”: Dennoch habe man sich auch 2007 wiederum in vielen Bereichen gefordert gesehen, hieß es zur Situation der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Lauda-Königshofen.

Im “extrem ruhigen Jahr 2007″ sei man zu insgesamt 82 Einsätzen an 68 Stellen gerufen worden, wusste nach der Totenehrung, bei der man besonders an den Ehrenkommandanten und Leiter der Alterskameraden, Heinz Ott (Königshofen), erinnerte, der Stadtbrandmeister Elmar Wohlfart (Lauda). Aufgegliedert in 14 Brände, 35 technische Hilfeleistungen, drei blinde Alarme, 13 sonstige Termine wie beispielsweise Sicherheits-Wachdienste, zwei Eingriffen zu Tieren und Insekten sowie einen Katastrophen-Voralarm, habe es gegolten, neben elf kleinen und zwei mittleren Bränden auch einen Großbrand unter Kontrolle zu bringen, bilanzierte der Stadtkommandant.

Wohlfart, der zuerst kurz das Sturmtief Kyrill streifte, bei dem man im Main-Tauber-Kreis mit einem “blauen Auge” davongekommen sei, wies darauf hin, dass man stets den Einsatzleitwagen, und zwar auch überörtlich, herangezogen habe. Die gute Ausbildung der Führungsgruppe, die sich monatlich in Lauda zur Fortbildung treffe, sowie die moderne technische Ausstattung bildeten einen wesentlichen Garanten für einen gut koordinierten Ablauf, bestätigte der erste Mann der Gesamtwehr, der ebenso die Unterstützung von Seiten der auswärtigen Floriansjünger in das Blickfeld rückte.

Die Feuerwehr Lauda-Königshofen selbst sei fünf Mal außerhalb ihres Gebietes helfend eingesprungen, wobei man mit dazu beigetragen habe, fünf Menschen zu retten, freute sich Elmar Wohlfart, der den Zuhörern die unbedingte Notwendigkeit ans Herz legte, regelmäßig und gezielt mit den vorhandenen Geräten vertraut zu bleiben.

So seien in den zwölf Abteilungen 155 Übungen in Theorie und Praxis durchgeführt worden, ergänzte der Redner, der nach dem Aspekt der Zusammenarbeit noch ausführlicher auf die Hauptübung Anfang Oktober in Königshofen einging.

Auch der Brandschutzdienst im Katastrophenschutz habe im vergangenen Jahr zwölf Mal seine Kenntnisse vertieft, betonte der Stadtkommandant, der nach einem Abstecher zu den von der Wehrpflicht freigestellten Kameraden der Aus- und Fortbildung einen breiten Raum zubilligte. Aufgezählt wurden hierbei zahlreiche Mitglieder, die auf Gemeinde- und Kreisebene sowie an der Landesfeuerwehrschule in Bruchsal die unterschiedlichsten Lehrgänge absolvierten – alles eine wesentliche Voraussetzung für erfolgreiche Einsätze, wie unterstrichen wurde.

Nach einem Appell an die Atemschutzgeräteträger, bei denen Wohlfart eine 35-prozentige Ausfallquote beklagte, hob der führende Kopf der Gesamtwehr die sichtlich vorhandene Schlagkraft hervor, ehe er anmerkte, dass von Seiten der Verwaltung und der Floriansjünger erneut Großes geleistet worden sei.

Während das Feuerwehrhaus in Gerlachsheim längst in neuem Glanz erstrahle, finde die Übergabe des Domizils in Oberbalbach noch in diesem Jahr statt, so die erfreuliche Mitteilung, bevor nach einem Schwenk zu Sachsenflur auch die erhöhte Ausstattung der Abteilung Lauda mit zwei Fahrzeugen ein Thema bildete.

Vor allem die große Unterstützung seitens des Fördervereines kam hier deutlich zur Sprache, um dann nach der zwischenzeitlichen Beschaffung eines Rüstwagens 2 das Augenmerk auf eine wesentliche Aufgabe des Vorjahres zu lenken, nämlich die Überarbeitung der 2000 erstellten Konzeption.

Einschließlich der Entschädigungssatzung und des Alarmplanes werde man diesen Entwurf wohl Ende März präsentieren, verdeutlichte Elmar Wohlfart, der für die Zukunft einen hauptamtlichen Gerätewart als dringend notwendig erachtete, nachdem die Belastbarkeit mittlerweile an ihre Grenzen stoße.

“Die persönliche Ausrüstung genießt höchste Priorität”, bekannte danach der Stadtbrandmeister, als er nach den Beschaffungen noch einen ausgiebigen Blick auf die klare Vorgabe richtete, bis 2010 in Baden-Württemberg die digitale Funktechnik einzuführen.

Während hier das Land für die Übertragungswege verantwortlich zeichne, blieben die Kosten der Endgeräte bei den Kommunen, weshalb trotz eines Pauschalsatzes von 600 Euro pro Gerät auf die Stadt Lauda-Königshofen Ausgaben in Höhe von rund 70 000 Euro zukämen, machte Wohlfart eine Rechnung auf. Als einen weiteren Faktor nannte er noch ein so genanntes Hubrettungsfahrzeug, wobei die Versuche mit einer entsprechenden Drehleiter positiv ausgefallen seien.

Nachdem abschließend noch den Verfassern von Briefen mit Drohungen oder “unverschämten Äußerungen” die unausweichlichen Konsequenzen angedroht worden waren, galt ein Lob für die ständige Dienstbereitschaft allen Kameraden, ehe der Schriftführer Edgar Klingert (Gerlachsheim) in seinem Protokoll an die abgehaltenen sechs Sitzungen des Ausschusses erinnerte.

Wie der stellvertretende Stadtkommandant erwähnte, dürfte das Digitalfunknetz noch für genügend Gesprächsstoff sorgen, wobei darauf aufmerksam gemacht wurde, dass die örtliche Feuerwehr diese Umsetzung nicht angestrebt habe.

Auf derzeit insgesamt 156 Jugendliche, 42 Mädchen und 114 Jungen in den elf Abteilungen, verwies dann der Jugendwart Steffen Ludwig (Marbach), der zwar einen Rückgang von 24 bedauerte, jedoch 15 Übernahmen in die aktive Wehr und 14 Neulinge hervorhob. Bei 560 Stunden feuerwehrtechnischer Ausbildung in Theorie und Praxis komme man außerdem auf 206 Stunden an allgemeiner Arbeit, abgerundet durch 26 Tage für Ausflüge, Zeltlager und Freizeit, so der Chef des Nachwuchses, der besonders die Abteilung Oberbalbach mit 40 Köpfen in diesem Bereich würdigte.

Das Schlusswort bei den Berichten gehörte dann dem neuen Leiter der Alterskameraden, Erich Braun (Beckstein), der kurz seine Bemühungen schilderte, künftig diese Truppe gemeinsam mit Josef Ludwig (Marbach) zusammenzuhalten, wie er bekräftigte. “So ist auf jeden Fall schon einmal Ende Mai oder Anfang Juni eine Fahrt nach Würzburg geplant.

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