Ludwigsburg/BW – Dass eine junge Frau 25 Minuten lang auf einen Rettungswagen warten musste, wird Thema der nächsten Sitzung des Rettungsdienst-Ausschusses im Landkreis. Damit reagierte die Kreisverwaltung auf eine Beschwerde der Bürgerinitiative Rettungsdienst, die auch eine gemeinsame Leitstelle von Feuerwehr und Rotkreuz im Kreis verlangt.
Joachim Spohn von der Bürgerinitiative griff in einem Schreiben an Landrat Dr. Rainer Haas einen Fall auf, der sich Mitte Februar vor der Rockfabrik in Ludwigsburg ereignet hatte. Danach musste eine junge Frau gut 25 Minuten auf Hilfe durch das Rote Kreuz warten. Passanten hatten sie nachts in kritischem Zustand auf einem Parkplatz gefunden und zweimal den Krankenwagen alarmiert. Der Mitarbeiter in der DRK-Leitzentrale habe der Frau den Rat gegeben, zuerst ihren Rausch auszuschlafen. Das Rote Kreuz erklärte nachher, seine beiden in Ludwigsburg stationierten Rettungsfahrzeuge seien im Einsatz gewesen.
Von einer Verkettung unglücklicher Umstände spricht das Landratsamt in einer Reaktion auf die Beschwerde. Der Fall der jungen Frau sei von dem Mitarbeiter offenbar nicht als vorrangig eingestuft worden. Das Gesetz verlange, dass nach spätestens 15 Minuten ein Rettungswagen und gegebenenfalls auch der Notarzt an der Einsatzstelle eintreffen müssten. „Wartezeiten von über 15 Minuten sind immer bedauerlich“, so die Kreisverwaltung. Mit dem Vorfall werde sich der jeweils hälftig aus Vertretern von Arbeitersamariterbund und DRK sowie den Krankenkassen bestehende Bereichsausschuss des Rettungsdienstes beschäftigen.
Für die Bürgerinitiative steht fest: Die lange Wartezeit ist auch eine Folge des Fehlens einer gemeinsamen Leitstelle im Kreis. Die DRK-Leitstelle sei nachts nur mit einer Person besetzt. „Angesichts von 36 Einsätzen in der fraglichen Nacht ist ein einziger Disponent mit der Lage völlig überfordert.“ Spohn verlangt, im Interesse der Notfallpatienten eine einheitliche Leitstelle zu schaffen. Schließlich sei der Landkreis Ludwigsburg der einzige Kreis im Großraum Stuttgart ohne eine solche zentrale Einrichtung.
Ein Thema, das nicht neu ist im Landkreis Ludwigsburg. Das Rettungsdienstgesetz fordere diese integrierten Leitstellen, so die Kreisverwaltung, doch bereite es immer wieder Schwierigkeiten, die Krankenkassen sowie die auf Eigenständigkeit bedachten Organisationen DRK und Feuerwehr davon zu überzeugen. Bereits heute werde in beiden Leitstellen ein einheitliches Einsatzleitsystem verwendet, auch die Qualifikation der Mitarbeiter sei aufeinander abgestimmt. Die vorhandenen beiden Leitstellen seien aber räumlich und organisatorisch voneinander getrennt.
Da die zwei Leitstellen kürzlich mit neuer Technik ausgestattet wurden, ist nach Meinung des Landratsamtes eine Zusammenführung kurzfristig eher unrealistisch. Bei einem Treffen von Vize-Landrat Dr. Utz Remlinger mit der DRK-Führung am 7. März werde auch besprochen, wie die Zusammenarbeit zwischen DRK und Feuerwehr weiter verbessert und optimiert werden könne.
Die Bürgerinitiative kritisiert zudem das Kreis-DRK, weil es auf seiner Internet-Seite für einen „Notruf 19222“ wirbt, obwohl diese Nummer vom Gesetzgeber nicht zugelassen sei. Auch die Kreisverwaltung sieht, dass die Europäische Union auf die einheitliche Nummer 112 setzt. „Wir möchten dies unterstützen“, erklärt die Behörde.
Man sollte auch mal Hinterfragen wie die junge Dame in diesen Zustand der Hilflosigkeit kam ? In der Rockfabrik in LB wurde sie sehr wahrscheinlich genötigt Alkohol zu trinken, bis der Rettungswagen oh pardon die Presse nutzt noch immer das Wort Krankenwagen. Wobei ganz einfach alles erklärt ist; Krankenwagen übernehmen Transporte zur Arztpraxen, Untersuchungen ins Krankenhaus, Verlegungsfahrten zur Reha…usw. also nicht Notfallpatienten. Rettungswagen dienen zur Versorgung von Notfallpatienten. Ob die oben genannte Dame ein Notfall war, überlass ich jedem selbst. Nur eines dazu – sich Stundenlang zu betrinken ( selbst herbeigeführter Rausch/Alkolholvergiftung ) und dann zu Erwarten das ein „Krankenwagen“ kommt der einem beim Erbrechen hilft oder was weiß ich…vielleicht auch eine Möglichkeit nach Hause gebracht zu werden, da Freunde/Bekannte offensichtlich nicht in der Lage waren, dies selbst zu tun. Wenn wir hier jetzt wollen das zu jeder alkoholisierten Person ein „Krankenwagen“ zu Einsatz kommen soll, dann müssen wir ALLE dies bezahlen…kein Problem wo heute alles so billig ist. Ich denke der Rettungsdienst wird missbraucht, weil er zu jedem kommt. Und für richtige Notfälle steht dann kein „Krankenwagen“ zur Verfügung, weil er Betrunkene aufsammelt. Noch als kleine Info. Diese schwerst erkankte Dame hat das Krankenhaus LB nach ca 1,5 Stunden selbstständig verlassen – sprich sie hat sich selber entlassen. Also kann sie gar nicht so schwer „erkrankt“ sein, wie oben beschrieben wird. Die Situation das in LB die Leitstelle der Rettungsdienstes und der Feuerwehr noch nicht unter einem Dach ist alle bekannt und es wird in absehbarer Zeit eine Lösung geben.