Am Wochendene wütete Orkantief Emma über weite Teile Deutschlands und Europas. Und obwohl Emma stärker war als Orkan Kyrill, fällt die Bilanz bei weitem nicht so verheerend aus wie bei Kyrill, was vor allem an der hervoragenden Vorwarnung liegt. Doch wäre Emma unter der Woche statt am Wochenende gekommen, wäre die Bilanz sicher weitaus schlimmer gewesen.
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So schrieb der “Focus” aktuell über über die Einschätzung der Berliner Feuerwehr:

Die Berliner Feuerwehr bereitet sich nach Angaben eines Sprechers sogar auf ein „Kyrill“-ähnliches Szenario vor. Die Feuerwehr hatte wegen des Orkans am 18. Januar 2007 1001 Einsätze gezählt, Tote und Verletzte gab es jedoch nicht. Damals wurde zusätzlich die freiwillige Feuerwehr eingesetzt. Erkunder der Feuerwehr mussten eine Prioritätenliste erstellen, da nicht alle Notrufe abgearbeitet werden konnten.

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Und auch “die Topnews” wussten in ihrer Ausgabe dass mit Emma so einiges auf uns zukommen wird:

Der Deutsche Wetterdienst warnt: Orkan-Tief Emma kann so schlimm werden wie Kyrill im Januar vergangenen Jahres und die Feuerwehr fordert die Bürger auf: “Bleiben Sie zu Hause!” Für die Nordseeküste gilt eine Sturmflutwarnung. Mit Straßen- und Brückensperrungen muss gerechnet werden. Auch die Deutsche Bahn ist nach den Erfahrungen mit Sturm Kyrill in absoluter Alarmbereitschaft, ebenso vielerorts die Feuerwehren.

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Die Frankfurter Ausgabe des Handelsblatt resuemierte über Kyrill’s folgen - und sprach damit eigentlich für fast alle Teile Deutschlands:

Im ganzen Land waren Polizei und Feuerwehr wegen umgeknickter Bäume, abgedeckter Häuser, umgefallener Bauzäune, Stromausfällen und Verkehrsunfällen im Einsatz. Allein in Frankfurt hatten Polizei und Feuerwehr innerhalb von zwei Stunden am frühen Morgen rund 80 Einsätze, wie ein Polizeisprecher sagte. In vielen Orten kam es zu Straßensperrungen wegen umgestürzter Bäume. Nahe des osthessischen Eichenzell lagen auf einer Strecke von knapp drei Kilometern 50 Bäume quer über der Fahrbahn. „Das wird den ganzen Tag dauern, bis die Straße wieder frei ist“, sagte ein Polizeisprecher.

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Und weiter schreibt das Handelsblatt dass auch die Retter selber nicht ganz unbetroffen sind:

In Friedberg deckte „Emma“ teilweise das Dach eines Hauses ab, in dem die Rettungsleitstelle untergebracht ist.

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Doch RP-Online hingegen meint:

Sturmtief “Emma” war harmlos

Jedenfalls zitiert RP-Online so die Feuerwehr und spricht lediglich für den Bereich Wesel. So schreibt RP-Online:

Die Rettungskräfte mussten nur zu einem Einsatz ausrücken. Wie ein Sprecher der Feuerwehr Wesel am Samstagmorgen mitteilte, waren die Nacht und der Morgen ruhig, lediglich ein Baum musste beseitigt werden. Verletzt wurde niemand.

Gegen 6.30 Uhr musste die Feuerwehr ausrücken. Ein etwa 12 Meter großer Baum war auf die Straße “Am Wehagen” im Stadtteil Lackhausen gestürzt. Die Einsatzkräfte zerlegten den Baum mit einer Kettensäge und räumten ihn von der Fahrbahn.

Während des Orkans “Kyrill” vor gut einem Jahr hatte die Feuerwehr Wesel hingegen 360-mal ausrücken müssen. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat die Unwetterwarnung für Nordrhein-Westfalen am Morgen aufgehoben.

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Für den Bereich Lübeck hingegen galt laut Mindener Tageblatt ein höherer Stressfaktor für die Einsatzkräfte:

Neben umgeknickten und teilweise entwurzelten Bäumen, die oft quer zur Fahrbahn lagen, hatten sich zahlreiche Ampelanlagen durch orkanartige Böen gedreht und mussten wieder neu ausgerichtet werden. Baustellenabsperrungen und aufgesteltle Verkehrszeichen wehten um, Alarmanlagen an Privat- und Firmengebäuden meldeten Einbruch- und Überfallalarme aufgrund des starken Windes.

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Und die Vienna weiß über die Österreicher Hauptstadt Wien zu berichten:

Die Feuerwehr habe sich auf das Unwetter gut vorbereitet und habe nach den vorangegangenen Stürmen entsprechende Erfahrung.

Die Mannschaften wurden um sechs Löschgruppen aufgestockt. Bis Samstag 13.00 Uhr liefen 35 Sturmeinsätze, 70 waren noch offen. Markl sprach von “Blockabfertigung”. Die Ausrufung der sogenannten erhöhten Einsatzbereitschaft erlaubte den Feuerwehren, nicht nur mit Blaulicht zum Ort des Geschehens auszurücken, sondern auch damit zurück in die Zentrale bzw. zum nächsten Einsatz weiterzufahren. “Damit wird die Frequenz deutlich erhöht.”

“Die Herausforderung ist nicht die Abwicklung der Einsätze, sondern die Gleichzeitigkeit der Ereignisse”, betonte Markl. Große Überraschungen gab es am Samstag keine: “Nach den vorangegangenen Stürmen ‘Paula’ und ‘Kyrill’ ist vieles, was runterfallen kann, schon unten.”

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Und auch in den Bayrischen Gegenden um Günzburg und Würzburg war einiges los. Ebenso wie in Belin. Dort rückte die Berufsfeuerwehr 247 mal aus - bei Kyrill waren es genau 1001 Einsätze. Dagegen war es in Bochum mit 61 und Kassel mit 69 Einsätzen vergleichsweise ruhig. Im Rheinland - Pfälzischen Worms mussten die Feuerwehren 61 mal ausrücken. Im nördlichen Rheinland-Pfalz traf es besonders die Kreise Bad Neuenahr Ahrweiler und Mayen Koblenz besonders schwer: Ortschaften waren ohne Strom und sogar Dächer wurden abgedeckt. In einer Ortschaft wurde die gesamte Dachstuhlkonstruktion herabgeweht. In Vallendar fiel ein Person aus vier Metern Höhe vom Dach, als sie dieses von Ästen räumte. Der Schwerverletzte wurde in ein Koblenzer KH eingeliefert. Auf dem Campingplatz Goldene Meile bei Remagen wurde ein Wohnwagen mit vier schlafenden Insassen umgeweht und stürzte auf das daneben stehendes Fahrzeug. Hier wurde niemand verletzt.

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One Response to “Presseschau: Orkan “Emma””

  1. Emma ist weg - Kirsten kommt « Das Blaulichtblog Says:

    [...] März, 2008 Kaum sind Emmas Schäden beseitigt und auch in Großbritannien die Flughäfen wieder geöffnet, kündigt sich das nächste Sturmtief [...]

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