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VOX – Auto Motor und Sport TV – Unfallakte Sauensiek

In Allgemeines, Einsätze, Film und Audio, News & Reportagen on 3 März, 2008 at 7:16

Fred Nielsen von der Feuerwehr Sauensiek berichtet über den schweren Verkehrsunfall, der sich im niedersächsischen Sauensiek ereignete. Ein Auto prallte gegen einen Baum und brannte anschließend lichterloh; vier Menschen saßen eingeklemmt im Wagen. Als die Polizei und Feuerwehr eintrafen, waren alle Insassen befreit. Ersthelfer hatten mutig eingegriffen und die Personen aus dem Auto geholt – Rettung in letzter Sekunde.

Zunächst schien die Situation aussichtslos, berichten die Helfer. Die 73-jährige Beifahrerin des Opel Astra war so eingeklemmt, dass sie nicht aus dem Auto befreit werden konnte. Die ebenfalls schwer verletzten Angehörigen hatten Angst, dass die alte Frau vor dem Eintreffen der Feuerwehr bei lebendigem Leib verbrennen muss. Sabine Krohn, ihre Tochter, die sich aus dem Auto retten konnte, schildert den schrecklichen Moment: “Ich kriegte panische Angst. Man kann es gar nicht beschreiben, wenn man zugucken muss, wie eventuell ein Mensch verbrennt. Und dann noch die eigene Mutter.”

Verzweifelt versuchten die Ersthelfer die Beifahrertür aufzuhebeln. Währendessen befreite die verletzte Fahrerin eine Tochter. Der Rest der Familie Krohn verdankt sein Überleben den mutigen Rettern. Trotz starken Rauchs und Flammen kletterten sie in den Opel, holten ein Mädchen heraus und zogen die eingeklemmte Oma über den Kofferraum ins Freie. Martin Höger, einer der Helfer, ist erleichtert: “Das war Glückssache. Da hätte ein kleiner Umstand — dass der Fuß festgesessen hätte — ausgereicht, und wir hätten aufgeben müssen. Aber so weit habe ich nicht gedacht. Da denkt man nur: Die muss da jetzt raus.” Doch nicht jeder handelt so mutig. “Da waren einige Verkehrsteilnehmer dabei, die haben gesagt: Geh da weg, das fliegt gleich in die Luft!”

Immer wieder kommt es vor, dass Helfer nicht eingreifen, weil sie Angst davor haben, dass ein brennendes Auto explodieren könnte. Thomas Lange, DEKRA-Brandsachverständiger, erklärt, warum das falsch ist: “Der Mensch hat Angst vor Feuer. Das ist ganz normal, obwohl es zum Großteil unbegründet ist. Fahrzeuge explodieren in der Realität nicht, das passiert nur in Filmen. Man hat genügend Zeit, wenn ein Fahrzeug brennt, Insassen zu retten. Das Einzige, worauf man achten muss, ist, dass man die Rauchgase nicht einatmet.”

Bei einem Test, den wir gemeinsam mit der DEKRA durchführen, stellen wir fest: Helfer haben etwa 10 Minuten Zeit, um eingeschlossene Menschen aus einem brennenden Fahrzeug zu befreien. Und: Selbst bei einem Brand in voller Ausdehnung explodiert ein Auto nicht.

Helfen, wenn es darauf ankommt, ohne wenn und aber – für Martin Höger, den Lebensretter der Familie Krohn, keine besondere Leistung, sondern eine Selbstverständlichkeit.

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