Ludwigsburg/BW – Durch einen Schwelbrand in einem Kabelkanal der Stromversorgung ist am gemeinsamen Fachtrakt von Schiller- und Mörikegymnasium am Samstag nach ersten Schätzungen ein Schaden von mindestens 100 000 Euro entstanden. Mehr als hundert Helfer von Feuerwehr, DRK und THW waren im Einsatz.Â
Aus dem Dach des Gebäudes mitten im innerstädtischen Schulviertel dringt am Samstag gegen 17 Uhr dichter, weiß-grauer Rauch. Die Brandmeldeanlage löst Alarm aus. Wenig später gehen bei der Feuerwehrleitstelle auch Notrufe aus der Bevölkerung ein.
Was zunächst wie ein falscher Melderalarm aussieht, entwickelt sich schnell zu einem Großeinsatz der Feuerwehr. Alle Abteilungen der Feuerwehr Ludwigsburg werden verständigt. Von beiden Seiten des Gebäudes geht die Wehr gegen den Brand vor, der von außen nicht sichtbar ist. Die beiden Drehleitern werden in Stellung gebracht. Wasser kommt allerdings sparsam zum Einsatz, denn die ersten Trupps unter Atemschutz dringen in das total verrauchte Gebäude vor, so sind schließlich sind mehr als 40 Mann unter Atemschutz im Einsatz.
Das führt dazu, dass die Ludwigsburger Wehr Unterstützung aus Kornwestheim anfordert. Die Kornwestheimer rücken auch zu zwei parallel laufenden Alarmierungen in Ludwigsburg aus. Die Abteilungen Hoheneck und Poppenweiler besetzen die Feuerwache. Die Feuerwehr ist in einer Stärke präsent wie selten, doch das Feuer schwelt versteckt weiter. Das DRK richtet auf dem Gelände der nahen Filmakademie einen Sammelplatz ein, später kommen auch Helfer des Technischen Hilfswerks (THW) und bauen eine Notstromversorgung auf, denn das Schulgebäude ist mittlerweile von der Stromversorgung abgekoppelt.
Die Feuerwehr geht generalstabsmäßig gegen den versteckten Brand vor: Da sich im Gebäude die Fachräume für Chemie und Physik mitsamt Chemikalien befinden, lässt Stadtkommandant Andreas Thoß Vorsicht walten. Mit Unterstützung von Kreisbrandmeister Arnd Marquardt geht es zunächst darum, die technischen Gegebenheiten zu erkunden. Mit Hilfe von Wärmebildkameras soll der Schwelbrand lokalisiert werden, erst dann öffnen die Wehrmänner unter Atemschutz die Kabelkanäle, während dessen wird mit mehreren Lüftern wird das Gebäude rauchfrei geblasen.
Nach bisherigen Erkenntnissen war der Brand in einem der elektrischen Schaltkästen oder in der Kabelführung im zweiten Stockwerk ausgebrochen und hatte sich dann im Kabelkanal bis zum dritten Stock durchgefressen. Langwierige Löscharbeiten waren notwendig, erst nach Mitternacht war der Einsatz beendet. Die Schadenssumme von 100 000 Euro, ist lediglich eine vorläufige Schätzung. Am Samstagvormittag hatten die Schulen noch einen „Tag der offenen Tür“ veranstaltet. Keinem waren zu diesem Zeitpunkt Unregelmäßigkeiten aufgefallen, als der Alarm losging, stand das Gebäude leer.