Bad Kreznach/RLP - “Was tun, wenn sich die gesundheitliche Situation eines Angehörigen nachts, am Wochenende oder feiertags derart ändert, dass eine Unterbringung in einem Pflegebett unmittelbar erforderlich wird?”
Darüber hatten sich Beate Weirich (Pro seniore Residenz Salinental) und Christa Herzog (Ambulantes Hilfezentrum, Beratungs- und Koordinationsstelle Meisenheim/Bad Sobernheim) bereits vor einem Jahr Gedanken gemacht. Mittlerweile wurde der Notruf Pflegebett der stationären Altenpflege von der Kreisverwaltung als Träger übernommen.
Privatpersonen, Krankenhäuser, ambulante Pflegedienste und so weiter können den Dienst kostenfrei nutzen: Über die Telefonnummer 19 2 22 können Anfragen nach freien Pflegebetten in Stadt und Kreis gestellt werden. In der Zentralen Rettungsleitstelle liegen die Meldungen der stationären Einrichtungen vor. “Der Stand wird per Fax oder E-Mail immer aktualisiert”, erläuterte gestern DRK-Kreisgeschäftsführer Dietmar Brosche.
Der Mitarbeiter der Rettungsleitstelle informiert über alle Einrichtungen, die zum gefragten Zeitpunkt Bettenkapazitäten frei haben, ohne Wertung. “Unsere Aufgabe ist nicht die Vermittlung, sondern die Information”, betont Winfried Diepers, Leiter der Leitstelle. Der Einzug kann dann wohnortnah zügig erfolgen, “ohne viel Bürokratie”, betont Beate Weirich. Wichtig sei lediglich, dass dem Patienten die notwenigen Medikamente mitgegeben werden, die er auch zuhause nehmen würde. Alle anderen Formalitäten, Anmeldung, ärztliche Fragebögen und so weiter können dann montags erledigt werden. Ebenfalls unproblematisch sei auch die rückwirkende Kostenabrechnung, so Brosche. Auch die Frage, ob die Einrichtung, in der ein Bett bezogen wurde, weiterer Aufenthaltsort für Kurzzeitpflege oder längerfristigen Aufenthalt sein soll, ist dann noch immer frei nach Patientenwunsch zu beantworten. “Er kann die Einrichtung auch wechseln”, erläutert Anita Emmes vom Evangelischen Altenpflegeheim Philippstraße in Bad Kreuznach.
Damit möglichst viele stationäre Altenhilfeeinrichtungen ihre Bettenkapazitäten melden, wird der Arbeitskreis, dem auch Hartmut Dec (Kreisverwaltung) und Eugen Ertz (DRK-Seniorenheim Bad Münster am Stein-Ebernburg) angehören, das Modell, das man in Absprache mit Sozialministerin Malu Dreyer gerne landesweit ausweiten möchte, bei der nächsten Heimleitertagung noch einmal vorstellen.