Solingen/NRW - Vor einem Jahr gab sich die Politiprominenz die Ehre, die gemeinsame Feuerwehr-Leitstelle von Solingen und Wuppertal an der A 46 bei Katernberg in Betrieb zu nehmen. Landesinnenminister Dr. Ingo Wolf unterstrich damals, dass es Ziel der Landesregierung sei, solche freiwilligen Zusammenschlüsse weiter zu fördern: „Dieses Modell ist jetzt schon eine Erfolgsgeschichte.“Â
Das war damals ein bisschen voreilig geurteilt, liefen doch die ersten Monate alles andere als reibungslos: mehrere falsch disponierte Einsätze, Leitstellenmitarbeiter, die unter starkem Stress standen, an der Technik haperte es an allen Ecken und Ende. Ein Jahr nach der offiziellen Inbetriebnahme kann Ralph Haldenwang, Stellvertretender Leitstellenchef, nun langsam aber sicher Normalbetrieb melden: Überstunden und Unzufriedenheit – besonders bei Solinger Mitarbeitern – seien durch Dienstplanänderungen und Gespräche mit der Leitung ausgeräumt worden. Und auch an der Technik wurde stark nachgebessert. Seit dem Start sind rund 76 000 Einsätze über die Leitstelle abgearbeitet worden.
700 Notrufe waren es alleine an Silvester: 303 führten zu einem Einsatz von Rettungskräften. Bei Sturm Emma vorigen Mittwoch mussten 100 Einsätze abgewickelt werden, 80 in Wuppertal, der Rest in Solingen – und damit so viele wie in keiner anderen Leitstelle im Regierungsbezirk: Bewährungsproben bestanden. Doch zu hundert Prozent läuft nun doch noch nicht alles rund, sagte Haldenwang im Gespräch mit unserer Zeitung.: Am Komfort für die Mitarbeiter, was die Bedienung der Technik betreffe, müsse noch gearbeitet werden. Und zur zeit gibt es krankheitsbedingte Engpässe in der Leitstelle.
Auf die Frage, ob die Einrichtung damit bereit ist für die Aufnahme eines dritten Partners, wägt Haldenwang ab: Technisch sei sie sicherlich darauf angelegt, aber man müsse bedenken, dass quasi alle Leitstellenmitarbeiter den Arbeitgeber gewechselt hätten: „Ich glaube, wir sind noch nicht so weit, dass Remscheid nun dazu kommt.“ Denn anders als bei einem Beschäftigten mit einem normalen acht-Stunden-Job, der an rund 260 Tagen des Jahres zur Arbeit geht, versehen die Leitstellen-Mitarbeiter pro Jahr „nur“ an 90 Schichten ihren Dienst, teilweise auch nachts, so dass sie von der Organisation nichts mitbekommen. Ein Gutachten soll klären, ob sich ein Beitritt für Remscheid finanziell lohnt.