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Neues Rettugsdienstgesetz Bayern: Auf dem Lande stirbt es sich leichter

In Allgemeines, Rettungsdienst on 19 März, 2008 at 2:37

Bayern - Am 24. April wird im Landtag das neue Rettungsdienstgesetz vorgestellt. Noch vor der Sommerpause soll es verabschiedet werden. Der Chamer Rettungsdienstleiter Mich Daiminger war bei den Beratungen im Innenministerium dabei und ist mehr als nur unzufrieden. Die Bürokratie schlägt neue Purzelbäume, während die Rettung buchstäblich auf der Strecke bleiben könnte. Von den Vorschlägen des Rettungsdienstes sei bisher nur ein unwesentlicher Teil eingearbeitet. „Es ist sicher nicht einfach, allen gerecht zu werden. In München läuft Rettung halt leichter als im Lamer Winkel.“ Daiminger befürchtet, dass es Methode hat, dieses Gesetz kurz nach der Kommunalwahl und lange genug vor der Landtagswahl durchgepeitscht werde. „Es sind Spielräume vorhanden, aber das kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Freistaat sich mit dem Gesetz befasst, ihm aber Ausführung und Bezahlung egal sind.“ Das werde zu einer Verschärfung der Lage führen, weil die Kassen als Kostenträger dann dem Rettungsdienst ähnlich wie den Krankenhäusern die Budgetgrenzen eng setzen werden.

Ohnehin sei es so, dass dem Rettungsdienst die Krankenhaus-Probleme aufgebürdet würden, sagt Daiminger. Gut sichtbar ist das im Landkreis Cham: Der Krankenhausträger spart Kosten durch Zentralisierung. Dafür müssen die Retter aus allen Ecken des Landkreises nun die Kreisklinik Cham anfahren. Während sich die Transportzeiten auf bis zu 40 Minuten (Lohberg) oder 34 Minuten (Tiefenbach) summieren, müssen die Retter bei der Bereitschaft jonglieren, um die fehlenden Fahrzeuge zu ersetzen.

3204 Einsätze Notfalleinsätze hat das BRK 2007 im Landkreis gefahren. Die Gefahr steigt, dass die Menschen auf dem flachen Land immer länger mit ihrer Not alleine gelassen werden und es sich damit im Landkreis Cham leichter stirbt als in einer Großstadt. Daiminger macht sich wenig Hoffnungen, dass es zu einem Aufschrei in der Bevölkerung kommt. Das Gesetz sei viel zu kompliziert. Der Bürger nehme das Dilemma erst zur Kenntnis, wenn er selbst betroffen sei. „Auch im Bereich der Notfall- und Akutversorgung wird ausschließlich wegen schlechter Wirtschaftlichkeit ausgedünnt. Deswegen darf man unterstellen, dass nicht die Versorgungsgüte, sondern ausschließlich das Geld im Vordergrund steht.“

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