Mindelheim/BY - Der Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung in der Region Donau-Iller tagte erstmals im Landratsamt Unterallgäu. Das Gremium stellte dabei die Weichen für die Inbetriebnahme der Rettungsleitstelle Krumbach. Seit gestern gibt es ein genaues Datum: Am 3. März 2010 soll es so weit sein.
Dem Gremium gehören je fünf Mitglieder aus dem Landkreis Neu- Ulm, jeweils vier aus den Kreisen Unterallgäu und Günzburg sowie zwei Vertreter der Stadt Memmingen an. Hinzugezogen werden beratende Mitglieder aus den Betreibern der Integrierten Leitstelle (ILS), der Landesverbände der Hilfsorganisationen und privaten Rettungsdienste sowie die Kassenärztlichen Vereinigung und natürlich die Kreis- und Stadtbrandräte an. Vorsitzender des Zweckverbandes ist Landrat Hubert Hafner (Günzburg). Dieser ging zunächst auf die Einsatzstatistik ein:
Notfallrettung: 2007 gab es 18 776 Einsätze. Das sind 618 mehr als im Jahre 2006 (18 158).
Krankentransporte: Die Zahl der Krankentransporte ist von 20 262 im Jahr 2006 auf 19 673 im Jahr 2007 zurückgegangen. Das ist ein Minus von 151. Hafner erklärte, dass es seit der vorangegangenen Verbandsversammlung keine ernsthaften Beschwerden über Organisation und Abwicklung des Rettungsdienstes gegeben habe. Er dankte den Rettungskräften in Haupt- und Ehrenamt für den selbstlosen Einsatz.
Arbeitsschwerpunkte waren die Einrichtung der Integrierten Leitstelle und die Etablierung eines Herzinfarktnetzwerkes. Die Integrierte Leitstelle wird vom Roten Kreuz betrieben. Um einen reibungslosen Übergang zu garantieren, wurden mehrere Projektgruppen eingerichtet, so Hafner weiter. Diese beschäftigen sich mit der Planung, Gebäudeeinrichtung, Technik und Kommunikation sowie dem Qualitätsmanagement.
Der Vorsitzende sagte, dass höhere Anforderungen an die Anwender- und Verwaltungssoftware ELDIS III sich die Kosten für Wartungs- und Pflegeaufwand erhöhen werden. Das neue Gebäude der ILS kann im April 2009 bezogen werden. Am 3. März 2010 soll die ILS in Betrieb gehen. Was ändert sich für die Bürger im Landkreis Unterallgäu? Derzeit rufen die Bürger den Rettungswagen über die Sammelnummer 19222 und werden schon jetzt mit der Leitstelle in Krumbach verbunden. Bei Unfällen und Feuer wählt man die Notfallnummer 112. Da wird der Hilfesuchende entweder mit der Polizeiinspektion Mindelheim oder Memmingen verbunden. Diese übernehmen die Alarmierung der Feuerwehren beziehungsweise der Rettungsdienste.
Nach Inbetriebnahme der Leitstelle gibt es diese Trennung nicht mehr, alle Notrufe laufen dann in der Integrierten Leitstelle auf. Die Kräfte dort übernehmen die Alarmierung (Rettung, Notarzt, Feuerwehren).
Auf Nachfragen zeigte sich die Bietergemeinschaft zur Einrichtung der Leitstelle optimistisch, dass die Termine eingehalten werden können. Bis dahin wird nach Auflösung der Polizeidirektion Krumbach die Alarmierung im Brand- und Katastrophenschutz für den Bereich des Kreises Günzburg durch die Rettungsleitstelle Krumbach vorgenommen, so der einstimmige Beschluss der Versammlung. Zu Beginn hatte Landrat Hans-Joachim Weirather die Gäste erstmals im Unterallgäu begrüßt und festgestellt, dass sein Kreis der vieldiskutierte ländliche Raum an sich sei.