Zürich/Schweiz - Im Kanton Zürich sollen künftig weniger Feuerwehrleute eine bessere Leistung bringen. Dieses Ziel peilt der Regierungsrat mit dem Konzept «Feuerwehr 2010» an. Er hat eine entsprechende Gesetzesrevision ans Parlament geschickt. Die Entwicklung der Feuerwehr im Kanton Zürich ist trotz Rekrutierungsproblemen bei Freiwilligen eine Erfolgsgeschichte. Trotz sinkender Personalbestände hat sich die Brandschadensumme kontinuierlich reduziert.
Vor Abschaffung der Feuerwehrpflicht 1991 verfügten die Gemeinden über insgesamt 27′000 Feuerwehrleute, heute sind es noch 9100 und das neue Konzept «Feuerwehr 2010» geht von 8000 aus. 2007 beliefen sich die Brandschäden auf 37,4 Millionen Franken.
Das revidierte Gesetz ist das Ergebnis einer Analyse der 180′000 Brandfälle im Kanton der letzten 15 Jahre, wie Kurt Steiner, Leiter der Kantonalen Feuerwehr, am Donnerstag vor den Medien sagte. Verschiedene Verbesserungen sollen die Schlagkraft der Feuerwehr erhöhen, diese aber auch geänderten Bedürfnissen anpassen.
1980 rückte die Feuerwehr noch in 98 Prozent aller Fälle wegen Feuer aus. Heute beträgt dieser Anteil noch 20 Prozent. Immer wichtiger geworden sind Elementarereignisse, Verkehrsunfälle und der sogenannte ABC-Bereich wie atomare, biologische oder chemische Schadenereignisse sowie Rettungen verschiedenster Art bis zu Tierrettungen.
Erst jetzt wird die Pflicht zum ABC-Schutz und zum Einsatz bei Erdbeben gesetzlich verankert. Andere Neuerungen sollen die Effizienz verbessern: Sieben neue kantonale Einsatzleiter sollen die Ortsfeuerwehren bei Grossereignissen flexibel unterstützen. Die kleinen Milizfeuerwehren vor Ort werden besser einbezogen und sind neu zur «Nachbarschaftshilfe» verpflichtet.
Ferner enthält das Gesetz neue Leistungsvorgaben. So müssen bei grösseren Ereignissen innerhalb 30 Minuten 30 Feuerwehrleute auf dem Schadenplatz sein und in den ersten zehn Minuten zehn Feuerwehrmänner. Schliesslich wird die Verrechnung von Schadenereignissen vereinheitlicht, für das Inkasso bei Verursachern ist neu die kantonale Gebäudeversicherung (GVZ) zuständig.
Nicht angetastet wird das vergleichsweise kostengünstige Prinzip des Milizsystems, denn eine reine kantonale Berufsfeuerwehr würde laut Steiner jährlich 190 Millionen Franken und damit mehr als doppelt so viel wie heute (90 Millionen Franken) kosten.
Nur rund 350 der aktuell 9100 Feuerwehrleute im Kanton Zürich gehören der Berufsfeuerwehr an (vor allem in Zürich und Winterthur). Der Rest sind Freiwillige, verteilt auf Stützpunkts-, Orts- und Betriebsfeuerwehren.