Sparen! Sparen! Sparen! Bürger bezahlen RTW
3 April, 2008
Bad Wörishofen/BY - “Mit jeder Minute, in der nichts getan wird, sinken die Überlebenschancen um zehn Prozent.” Dieser Satz stammt von Wilhelm Lehner, dem Kreisgeschäftsführer des Bayerischen Roten Kreuzes im Kreisverband Unterallgäu.
Er kann nun Zahlen vorlegen, die verdeutlichen, dass es auch nachts nicht ohne Rettungswagen vor Ort geht. Nur dank des ehrenamtlichen Einsatzes des BRK ist bekanntlich weiterhin ein nächtlicher Rettungsdienst mit einem Einsatzwagen in der Kaufbeurer Straße stationiert. Finanziert wird dieser von zahlenden Fördermitgliedern und Spendern des BRK Unterallgäu, nachdem der reguläre Rettungsdienst in der Nacht durch ein Gutachten des Innenministeriums und der Krankenkassen gekippt worden war. Stattdessen sollte der Mindelheimer Einsatzwagen die Notfälle in der Kneippstadt übernehmen.
Für Lehner ein Ding der Unmöglichkeit. “Wir haben rund 400 Einsätze pro Jahr in der Zeit zwischen 22 und 6 Uhr in Bad Wörishofen”, unterstreicht er die Notwendigkeit eines nächtlichen Einsatzwagens. “In einem Viertel der Fälle war das Mindelheimer Fahrzeug zur gleichen Zeit im Einsatz, so dass der Rettungsdienst aus Kaufbeuren oder Buchloe hätte angefordert werden müssen.” Wertvolle Minuten, die Leben kosten können. Lehner erinnert sich an einen Fall im vergangenen Jahr: “Wir mussten in einem Lokal in Bad Wörishofen einen Patienten wiederbeleben. Das konnten wir drei Minuten nach dem Notruf erfolgreich leisten.” Der Mindelheimer Einsatzwagen hätte zehn Minuten länger gebraucht.
Da nicht nur der nächtliche Rettungsdienst in Bad Wörishofen, sondern auch viele weitere BRK-Dienste ausschließlich durch Spenden und Gelder zahlender Fördermitglieder finanziert werden, ist das Rote Kreuz derzeit im Gebiet Bad Wörishofen in Sachen Mitgliedergewinnung unterwegs. “Im Schnitt machen wir das alle drei Jahre”, erklärt Lehner. Denn: “Neue Mitglieder sind unsere Existenzgrundlage.” Seit Ostern gehen so die ehrenamtlichen Mitarbeiter von Haustür zu Haustür. Die bisherige Resonanz: “Das BRK ist in der Bevölkerung gut akzeptiert. Der Mehrwert vor Ort wird erkannt, viele sind bereit, förderndes Mitglied zu werden”, erklärt Lehner. Derzeit zählt der Kreisverband Unterallgäu, zu dem der Landreis Unterallgäu und die Stadt Memmingen gehören, 17 000 Mitglieder, davon kommen 2500 Mitglieder aus der Stadt Bad Wörishofen.
Was wird mit den Spendengeldern außerdem finanziert? Zum einen eben die so genannten Hintergrunddienste, zu denen der nächtliche Einsatzwagen in Bad Wörishofen zählt, der nicht wie der reguläre Rettungsdienst durch die Krankenkassen refinanziert wird. “Außerdem halten wir Schnelleinsatzgruppen in den größeren Orten des Landkreises vor, die bei größeren Schadenslagen, wie beispielsweise einem Schneechaos auf der Autobahn, die Leute mit Decken und heißem Tee versorgen”, erklärt Lehner.
Notruf-Problem bald gelöst
3 April, 2008
Bad Kreuznach/Kaiserslautern/RLP - Dass Notrufe aus Orten der Verbandsgemeinden Bad Münster am Stein-Ebernburg und Meisenheim in der Leitstelle Kaiserslautern statt in Bad Kreuznach eingehen, verzögert häufig den Einsatz der Rettungskräfte. Auf dieses Problem hatten Feuerwehrleute und Kommunalpolitiker nach Unfällen und Bränden in jüngster Vergangenheit erneut aufmerksam gemacht.Möglicherweise kann hier schon bald Abhilfe geschaffen werden. Denn bereits in wenigen Tagen werden sich Fachleute der Telekom und Führungskräfte der Feuerwehr auf Initiative von Julia Klöckner treffen.
Die Guldentaler CDU-Bundestagsabgeordnete hatte in einem Brief an Telekom-Vorstandschef Rene Obermann die Problematik geschildert und um Abhilfe gebeten. Wie Klöckner gestern der AZ-Redaktion mitteilte, hat sie in Gesprächen mit Telekom-Beauftragten erfahren, dass die Notrufe aufgrund vorgegebener Schaltungen in Kaiserslautern auflaufen. Möglicherweise ließe sich dieses technische Problem ohne größere Maßnahmen lösen. Daher sollen in einem Fachgespräch vor Ort die Notwendigkeiten aus Sicht der Rettungskräfte dargestellt werden. Eventuell reicht der Einbau von so genannten Routern, damit Anrufe direkt bei der Leitstelle Bad Kreuznach landen. Sollten die Verlegung von neuen Kabeln oder weitere Umrüstungen notwendig werden, sei dies natürlich wesentlich zeit- und kostenaufwändiger. Klöckner hofft jedoch auf die kleine Lösung, die vermutlich innerhalb von drei Monaten umsetzbar sei.
Feuerwehr stellt Konzept um: Missbrauch von Rettungswagen als Taxi soll eingedämmt werden
29 März, 2008
Hamburg - Mit einem neuen Konzept will die Feuerwehr jeden Hamburger zum Ersthelfer machen. Das Programm “Smap” steht für “standardisiertes medizinisches Abfrageprotokoll”. Damit sollen die Disponenten in der Notrufannahme den Anrufer so lange bei lebensrettenden Maßnahmen anleiten, bis Notarzt und Rettungssanitäter vor Ort sind. Nebenbei sollen dabei die Anrufer herausgefiltert werden, die die Rettungswagen als “billiges Taxi” missbrauchen. Read the rest of this entry »
Verlinkt - Teil sieben || Kollege S.
28 März, 2008
Wer mit seinem Gehalt nicht zufrieden ist und nicht streiken kann/möchte, der kann sollte sich hier vielleicht mal umsehen.
Warnstreiks im Rettungsdienst: Doch kein Erfolg?
28 März, 2008
Dass es nach der großen Streikankündigung nicht alles so optimal verlief wie hier berichtet, schreibt der Krankewarefahrer:
Dann ist es natürlich äußerst peinlich, wenn man sowohl von Patienten als auch von Pflegepersonal angesprochen wird, warum bei uns trotz Streik alles so reibungslos funktioniert und man sich rechtfertigen muß, warum bei uns in keinster Weise gestreikt wird.
Schon komisch, oder? Und:
Man hört jedoch von Rettungswachen, die den Streik wirklich ernst nahmen, die Krankenwagen stilllegten, nur Rettungswagen und Notarzt für die Notfallrettung im Dienst hielten und an den Kundgebungen teilnahmen. So sollte es ja auch eigentlich gedacht sein und nur so merken Patienten, Pflegepersonal etc etwas von einem Streik.
Ganz anders bei uns in der Firma. Es wurden zwar Busse organisiert, mit denen die Interessierten (die an diesem Tag frei hatten) gemeinsam nach Koblenz fahren konnten. Doch fuhren von manchen Wachen keinerlei Angestellte mit, selbst die nicht, die sich in der Freischicht befanden.
Reportage: Halbgötter in Gelb
27 März, 2008
Ein Toter, ein Schwerverletzter - die Mutprobe hat einen schrecklichen Ausgang genommen. Beim „Surfen“ auf einem Eisenbahnwaggon in Fulda kamen in der Nacht zwei junge Männer mit einer Starkstromleitung in Berührung. Mit schwersten Verbrennungen liegt der Überlebende, ein Zwanzigjähriger, im Klinikum Fulda und soll jetzt so schnell wie möglich in die Verbrennungsstation am Städtischen Krankenhaus in Offenbach gebracht werden. Erster Einsatz für „Christoph 28“ an diesem trüben Tag.Der gelbe Rettungshubschrauber ist in diesem Fall das beste Transportmittel, besser als ein Krankenwagen, der mindestens eineinhalb Stunden bis Offenbach brauchte - ganz abgesehen von der schmerzhaften Schaukelei, die bei einem Transport auf der Straße nicht zu vermeiden ist. Allerdings darf „Christoph 28“ erst abheben, wenn es draußen hell geworden ist. Dank eines GPS-Navigationssystems können sich die Piloten zwar auch nachts orientieren. Doch zu Rettungsflügen dürfen die Helikopter nur aufbrechen, wenn die Piloten Einsatzorte und Landeplätze mit bloßen Augen erkennen können. Read the rest of this entry »
Hamburg - Der Notruf 112 wird revolutioniert. Mit einem neuen Abfrage-System will die Feuerwehr künftig die Anrufe der Bürger noch professioneller auswerten. Rettung und Hilfe soll punktgenauer eintreffen. Das ist die gute Nachricht. Doch es gibt auch eine schlechte. Künftig soll auch handfest gespart werden, denn die Krankenkassen, die bis zu 600 Euro pro Einsatz zahlen, machen massiv Druck. Und die Kassen fordern von der Feuerwehr knallhart, weniger Einsätze zu fahren. Read the rest of this entry »
Kassel/HE - Bruttolöhne von unter 1.000 Euro, so genannter freiwilliger Gehaltsverzicht, der mit der Drohung des Arbeitplatzabbaus erzwungen wird, und willkürlich verlängerte Arbeitszeiten - so sieht für viele Mitarbeiter im deutschen Rettungsdienst mittlerweile leider der Alltag aus. Obwohl von Einsatz, Motivation und Qualifikation der Rettungsassistenten tagtäglich das Leben zahlreicher Notfallpatienten abhängt, sind sie häufig die unmittelbaren Opfer angeblich nötiger Einsparungen auf diesem Gebiet, zu denen ihre Arbeitgeber mit dem Argument des permanenten Kostendrucks im Gesundheitswesen genötigt werden. Read the rest of this entry »
Warnstreiks verzögern Rettungsdienst
27 März, 2008
RLP/BW - In Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg sind am Morgen mehrere hundert Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in den Warnstreik getreten. Die Gewerkschaft ver.di will damit wie angekündigt im laufenden Tarifkonflikt den Druck auf das DRK erhöhen. Allein in Rheinland-Pfalz haben sich nach ver.di-Angaben rund 600 Menschen an den Aktionen beteiligt. Die Notfallrettung werde von den Protesten nicht beeinträchtigt, es könne aber zu Verzögerungen kommen, hieß es. Betroffen seien unter anderem Teile des Rettungs- und Blutspendedienstes. “Flächendeckend lahmgelegt” werde jedoch keine Einrichtung. Kundgebungen und Demonstrationszüge finden in Ludwigshafen, Koblenz und in Bad Kreuznach statt. Read the rest of this entry »
Telekom blockiert Netzumbau - Zeitverlust bei Notrufen
26 März, 2008
Bad Kreuznach/Kaiserslautern/RLP - Wegen der unbefriedigenden Feuerwehrnotrufsituation im Landkreis Bad Kreuznach ist auch CDU-Bundestagsabgeordnete Julia Klöckner bereits aktiv geworden. Alarmiert durch Schilderungen und Beschwerden der Feuerwehr und dem Verbandsbürgermeister der VG Meisenheim, Alfons Schneider, hat sich Klöckner an den Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Telekom, René Obermann, und an Innenminister Karl Peter Bruch gewandt. Viele Notrufe, die in der Verbandsgemeinde Meisenheim ausgelöst werden, landen bei der Leitstelle Kaiserslautern. Wird über Mobiltelefon telefoniert, ist auch der Bereich der B 420 zu Unkenbach betroffen. Read the rest of this entry »